Employer-Branding _

Ist das Unternehmenskultur oder kann das weg?

Konsequent glaubwürdig sein.

Was zählt, wenn man sich als attraktiver Arbeitgeber zeigen will? In lockerer Folge beschreiben wir hier Erfahrungen aus unseren Projekten. Heute: Konsequent glaubwürdig sein.

 

Ein überzeugendes Employer Branding stellt sich auf die Zielgruppe ein und transportiert die Botschaft: „Wir nehmen Menschen ernst, die noch nicht bei uns arbeiten.“ Klingt schön, ist aber nicht so einfach. Denn nicht jede Unternehmenskultur ist in sich widerspruchsfrei.

 

Ein Beispiel: Ein Finanzvertrieb ließ Neueinsteigern eine exzellente Weiterbildung angedeihen und zog mit diesem Programm ehrgeizige, hoch motivierte Personen an. Nach vier oder fünf Jahren frustrierte das Unternehmen aber diese Menschen, weil auf den furiosen Start nur wenige weitere Entwicklungschancen folgten.

 

Der Stolz auf die sehr gute Weiterbildung war berechtigt. Aber es ist ein Benefit mit Verfallsdatum. Denn die so angesprochenen Menschen sind ihrem Naturell entsprechend weiterhin sehr an einer persönlichen Entwicklung interessiert – entsprechend enttäuscht sind sie, wenn das nicht mehr möglich ist.

 

Für dieses Unternehmen gab es, um als attraktiver Arbeitgeber glaubwürdig zu sein, nun zwei Optionen: Entweder man versteht sich ausdrücklich als Durchgangsstation für Karriere-orientierte Menschen und kommuniziert das auch so. Das ist konsequent glaubwürdig, denn jeder Interessent weiß, woran er ist.

 

Oder man bietet den Mitarbeitenden die Chance, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln – in neue Aufgaben oder neue Positionen.

 

Das wäre eine ganz neue Lösung, denn aus dem Eigennutz des Unternehmens heraus braucht es eigentlich keine Weiterentwicklung mehr, wenn die Mitarbeitenden in ihrer gegenwärtigen Funktion ihre maximale Leistungshöhe erreicht haben. Man sollte es trotzdem tun, um bei entwicklungsaffinen Menschen Job-Müdigkeit und letztlich Fluktuation zu verhindern. Auch dieser Weg ist konsequent glaubwürdig.

 

Beide Lösungen sind in sich konsequent und für einen der beiden Wege sollte man sich entscheiden. Ein überzeugendes Employer Branding verhindert widersprüchliche Signale an Job-Interessenten oder ungewollte Fluktuation.

 

Das kann manchmal erfordern, die bisherige Praxis zu überdenken. Das fällt einigen Unternehmen leicht, für andere ist es eine kulturelle Dehnübung. Daher sind wir überzeugt, dass Employer Branding nicht nur ein Marketing-Thema ist, sondern auch eines der Organisationsentwicklung.

 

Weitere Informationen zum Employer Branding finden Sie hier: 

https://www.hhbrand.de/employer-branding