Employer-Branding _

Ohne Personalmarketing –

keine Chance auf dem Arbeitnehmermarkt.

Für kleine und mittlere Unternehmen wird es immer schwieriger, offene Stellen schnell mit guten Leuten zu besetzen. Aus dem ehemaligen Arbeitgebermarkt ist ein Arbeitnehmermarkt geworden. Die Märkische Bank hat sich schon früh den Herausforderungen gestellt und kann heute die Früchte ernten.

 

Ein junger Mann Anfang 20. Neben dem jungen Mann die Zeile: „Wir nehmen hier alles sehr ernst. Vor allem das Arbeitsklima.“ Das Gesicht gehört zu einem ehemaligen Auszubildenden der Bank, und der Spruch kommt auch von ihm. Zwei weitere Motive mit anderen ehemaligen Azubis und ähnlichen Schlagzeilen werben für uns als Arbeitgeber. Sie sind Teil einer größer angelegten PR-Kampagne.

 

Es ist neu, dass ein Unternehmen wie eine Bank auf einmal Werbung schaltet und aktiv auf junge Menschen zugeht. Denn: „Die Zahl der Bewerbungen sinkt schon seit etwa zehn Jahren“, sagt Kornelia ­Streuter, Leiterin unseres Personalmanagements. „Auch die Qualität der Bewerbungen sinkt.“ Wir haben nun die Initiative ergriffen. Noch aktiver als in der Vergangenheit. Schließlich halten wir schon seit vielen Jahren einen engen Kontakt zu den Schulen, um die Schüler über die Chancen und Möglichkeiten einer Ausbildung bei der Märkischen Bank zu informieren. Unsere Auszubildenden stehen den Schülern Rede und Antwort. Hinzu kommen Broschüren, Sonderbeilagen in den Tageszeitungen, Praktika in den Schulferien, Ausbildungsmessen. 

 

„Alle Branchen haben zunehmend Schwierigkeiten“.

Mit den Hürden auf dem Weg, offene Stellen schnell und gut zu besetzen, stehen wir aber nicht alleine da. „Alle Branchen haben zunehmend Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen“, sagt Professor Christoph Beck, Experte für Human Resources Management bzw. Personalwesen an der Fachhochschule Koblenz. Angehende Azubis könnten sich die Branche und das Unternehmen zunehmend aussuchen. Beck sieht vor allem das Gesundheitswesen betroffen, ebenso wie die Banken, die Sicherheitswirtschaft sowie Hotels und Gaststätten. Der Druck auf den gesamten Mittelstand wächst. Beck: „Viele mittelständische Unternehmen nehmen noch zu sehr eher die Rolle des abwartenden Marktbeobachters ein.“

 

Wandlung vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt.

Das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn (IFM) stellt gar einen „Wandel vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt“ fest: „KMU müssen sich in deutlich höherem Maße als früher als attraktive Unternehmen präsentieren“, sagt Dr. Annette Icks, Projektleiterin am IFM. Der Mittelstand hat demnach einen strukturellen Nachteil – die Firmen sind nicht so bekannt wie BMW, Lufthansa oder Telekom. Fast 90 Prozent der Mitgliedsunternehmen haben Schwierigkeiten, offene Positionen zu besetzen, meldet der Bundesverband mittelständische Wirtschaft. Jeder dritte Betrieb habe deshalb schon Aufträge ablehnen müssen.

 

KMU haben hohes Attraktivitäts-Potenzial.

Dabei haben mittelständische Unternehmen eigentlich ein hohes Potenzial, sie zeigen es nur oft nicht. Icks: „In der Regel sind in den KMU die Tätigkeiten abwechslungsreicher, die Selbstbestimmung bei den Arbeitsaufgaben höher und die Mitarbeiterbeteiligung an Entscheidungen größer. Das alles müssen die Personalverantwortlichen jedoch aktiv nach außen kommunizieren.“ Vorstandsvorsitzender Hermann Backhaus: „Persönliche Kontakte sind wichtig, um Stellen zu besetzen, aber die Arbeitgeberattraktivität ist auch wichtig. Der gute Ruf. Man kann mit uns alt werden.“

 

Vorteile bieten und diese zeigen.

Vorteile bieten und diese nach außen zeigen, wie jetzt mit den Azubi-Motiven („Wir nehmen hier alles sehr ernst…“), das ist der Schlüssel für den Arbeitsmarkt der Zukunft. Noch agieren viele KMU bei dem Thema sehr zurückhaltend. Einen Grund für das zurückhaltende Personalmarketing und Außenbild vieler KMU hat Arnd Hackländer ausgemacht, Inhaber der Employer Branding-Agentur h&h design in Wuppertal. Die Agentur hat vielen Unternehmen geholfen, die eigene Marke als Arbeitgeber zu schärfen, unter anderem IKEA, ROSSMANN, Waelzholz und der Märkischen Bank. Arnd Hackländer: „Viele Personaler, die jetzt verantwortlich sind, sind in den 90er-Jahren sozialisiert worden. Damals gab es noch mehr Bewerber als freie Stellen und keinen Wettbewerb um Fachkräfte. Das hat sich komplett gedreht. Modernes Personalmarketing nimmt diesen Wettbewerb an und stellt die richtigen Kulturtechniken bereit.“

 

Familienfreundliches Unternehmen.

Das Angebot der Märkischen Bank für Beschäftigte ist so gut, dass die Agentur Mark, eine regionale Agentur für Beschäftigungsentwicklung, das Prädikat „Familienfreundliches Unternehmen“ an die Märkische Bank eG verliehen hat. „Die Märkische Bank bietet ein breites Set an Angeboten zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, sagt Bettina Schneider von der Agentur Mark, „sie entlastet Eltern, Menschen in Weiterbildung oder auch Beschäftigte mit pflegebedürftigen Angehörigen durch flexible Arbeitszeiten. Führung in Teilzeit ist ebenso möglich wie die Nutzung eines Beratungsangebots in Notlagen. Will man als Unternehmen ,die Guten‘ bekommen oder halten und gerade auch hochqualifizierte Frauen ansprechen, muss man ihre Interessen berücksichtigen. Bei knapper werdenden Fach- und Nachwuchskräften ist Arbeitgeberattraktivität heute wichtiger denn je, das hat die Märkische Bank verstanden.“

 

Tim Müßle